Ahnungslosigkeit und Schwindelei

Bekanntlich hat die Frau Verteidigungsministerin mitgeteilt, dass die 20 zweisitzigen Saab 105 OE Flugzeuge, die als Luftraumüberwachungsflugzeuge und Trainingsflugzeuge verwendet wurden, mit 31. Dezember 2020 außer Dienst gestellt und nicht ersetzt werden.

Mit 31. Dezember 2020 außer Dienst gestellt: Saab 105 OE. Über die Ersatzbeschaffung ist man sich noch im Unklaren. Foto: Wiki

Die Luftraumüberwachung sollen die 15 Eurofighter übernehmen. Mit der Herstellerfirma will sie sich bei Gericht treffen. Dieser Plan und die Mitteilung zeugen von Ahnungslosigkeit und Schwindelei.

  1. Die Eurofighter sind für die komplette Luftraumüberwachung nicht ausgerüstet, weil sie nicht nachtflugtauglich sind und nicht tauglich, weil sie nicht entsprechend langsam fliegen können. Wie eine Nachrüstung mit der Herstellerfirma erreicht werden soll, mit der gleichzeitig vor Gericht gestritten wird, ist nicht zu beantworten.
  2. Die 15 Eurofighter des Bundesheeres sind einsitzig; die Ausbildung von Piloten kann nur mit zweisitzigen Fluggeräten erfolgen; demgemäß können Soldaten, die bisher auf der zweisitzigen Saab 105 OE ausgebildet wurden, nicht mehr ausgebildet werden. Es gibt kein Land auf der Welt, das nur einsitzige Luftraumüberwachungsflugzeuge und/oder Abfangjäger unterhält.

Österreich wird in Zukunft keine taugliche Luftraumüberwachung haben und auch keine Möglichkeit für die Pilotenausbildung. Die Ausbildung wird daher teuer über das Ausland erfolgen müssen. Warum unter diesen Umständen nicht z. B. 20 entsprechende Flugzeuge über Leasing beschafft werden, die jährlich rund 35 Millionen Euro kosten würden, ist nicht verständlich. Der Plan und die Mitteilung der Frau Verteidigungsministerin zeugt von Ahnungslosigkeit und Schwindelei. Die Ahnungslosigkeit hat sie am 26. Juni im Interview in der ZIB 2 deutlich gezeigt – jetzt ist sie bei der Schwindelei angelangt.

Dr. Franz Unterasinger